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Über Uns.

150 Jahre Karl Stahl Bedachungen

Karl Stahl Bedachungen.

Der Dachdeckerbetrieb Karl Stahl GmbH feiert in Sigmaringen sein 150-jähriges Bestehen.

Das Jahr 2015 ist ein besonderes Jahr für den Sigmaringer Dachdeckerbetrieb Karl Stahl GmbH, denn er feiert sein 150-jähriges Firmenjubiläum. Zur Jubelfeier und zum Tag der offenen Tür am Firmensitz in der Geiselhartstraße 12 sind zahlreiche Gäste erschienen. In freundschaftlicher und gelöster Atmosphäre gibt Firmeninhaber und Geschäftsführer Jürgen Gail den Gästen einen kurzen Abriss über die bewegte

Firmengeschichte. Aber was wäre ein erfolgreiches Unternehmen ohne seine Mannschaft und ein positives, familiäres Betriebsklima? Und so bittet Jürgen Gail als Höhepunkt der Veranstaltung sein Team auf die Bühne, das aus 15 engagierten Mitarbeitern besteht.

Dabei hatte alles einst ganz klein angefangen. Wir befinden uns in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und überall in Deutschland herrscht Aufbruchstimmung. Dies ist die „Gründerzeit“, in der überall neue Unternehmen voller Optimismus wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Wirtschaft boomt, beflügelt von der Eisenbahn, die Waren und Menschen in einer Geschwindigkeit transportiert, von der man früher nur träumen konnte – auch wenn sie in Sigmaringen noch etwas auf sich warten lässt. In dieser Zeit kommt ein junger Mann aus Berlin nach Sigmaringen, um sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Sein Name: Georg Stahl. Sein Beruf: Dachdecker. Er tritt in die Dienste des Sigmaringer Fürstenhauses von Hohenzollern ein und macht durch seine exzellente Arbeit bald auf sich aufmerksam, sodass er von den anderen Berufsständen als kaiserlicher Hofschieferdecker anerkannt wird. Doch dem ehrgeizigen Dachdecker ist das nicht genug. Er will seinen eigenen Betrieb und

arbeitet sich deshalb zum Meister hoch. 1865 ist es dann endlich so weit: In der Hohenzollernstraße im Hause von Egon Zimmermann gründet Georg Stahl seinen Dachdeckerbetrieb, der zur Keimzelle der heutigen Karl Stahl GmbH wird. Nach der Auflösung des Deutschen Bundes 1866 gehört Sigmaringen, die „preußische

Insel“ in Süddeutschland, als einziges süddeutsches Gebiet zum Norddeutschen Bund. Georg Stahl darf sich dadurch jetzt königlicher Hofschieferdeckermeister nennen.

Zehn Jahre vor dem Ende des Jahrhunderts wird die Firma 1890 vom Dachdeckermeister und Installateur Jean Stahl übernommen und weitergeführt. Neben klassischen Satteldächern stellt die Firma jetzt auch Holzzementdächer her, die Vorläufer der modernen Flachdächer. Zudem stehen Abdichtungen mit Teerpappe und vor allem Blitzableitungsanlagen auf dem Programm. Aber auch die Asphaltierung von Wegen kann man bei Jean Stahl bestellen. Der erste Weltkrieg schränkt die Firma dann stark ein, denn nach und nach werden fast alle Mitarbeiter zum Militärdienst eingezogen.

Zwischen den beiden Weltkriegen übergibt Jean Stahl den Betrieb an seinen Neffen Karl Stahl, den Namensgeber des heutigen Unternehmens. Als im Jahre 1931 die Dachdecker-Innung Reutlingen gegründet wird, gehört Karl Stahl zu den Gründungsmitgliedern. Der Dachdeckermeister hat drei Kinder, einen Sohn und zwei Töchter. Sein 1922 geborener Sohn Fidelis geht nach der Schule in die Dachdeckerlehre und arbeitet als Geselle im elterlichen Betrieb mit. Dann kommt der Zweite Weltkrieg, der den Betrieb erneut beinahe zum Erliegen bringt, weil fast die gesamte Belegschaft zur Wehrmacht eingezogen wird. Nach dem Krieg kehrt allmählich wieder Normalität ein. Fidelis Stahl lässt sich zum Dachdeckermeister ausbilden, um den Betrieb zu gegebener Zeit zu übernehmen, wie es guter Brauch ist. Doch da macht das Schicksal den Plänen der Familie Stahl einen dicken Strich durch die Rechnung: Mit nur 28 Jahren stirbt Fidelis im Jahr 1950 völlig überraschend, und plötzlich ist die Nachfolgeregelung wieder völlig offen.

1952 geht die Dachdeckerfirma dann an Karl Stahls Schwiegersohn Adolf Essig über, den Ehemann von Stahls Tochter Maria. Der Diplom-Ingenieur leitet die Geschicke des Betriebs 25 Jahre lang, bis er 1977 verstirbt – leider kinderlos! Bis dahin befindet sich die Firma bereits seit 112 Jahren ununterbrochen in Familienbesitz.

Doch nun fehlt ein Nachfolger, und so geht der Betrieb schließlich an die Firma Baumgärtner + Burk aus Stuttgart, die ihn als Zweigbetrieb führt. Doch 1981 löst Gesellschafter Konrad Baumgärtner das Unternehmen wieder aus der Firmengruppe heraus und führt sie unter ihrem alten Namen Karl Stahl weiter. Drei Jahre später möchte Baumgärtner die Firma veräußern, und so übernimmt 1984 der Dachdeckermeister Gerhard Gail die Firma Karl Stahl GmbH. Von Anfang an baut er das Angebot an handwerklichen Dienstleistungen konsequent aus.

So bekommt der Betrieb 1989 als erstes Unternehmen des Dachdeckerhandwerks in Baden-Württemberg die Zulassung zum Asbest-Rückbau.

Seit 1990 verfügt die Firma Karl Stahl über einen Gerüstbau für die eigenen Baustellen und kann ihren Kunden so viel besser flexible und maßgeschneiderte Angebote machen. Gleichzeitig beginnt man sich mit dem Denkmalschutz an Kirchen, Burgen und Schlössern zu befassen – heute eines der Spezialgebiete und wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine der Firma. Die Burg Wildenstein in Leibertingen, das Schloss in Scheer und der Zwiebelturm von St. Johann in Sigmaringen zeugen von der hohen Kompetenz der Dachdecker aus Sigmaringen.

Im Jahre 1991 beginnt eine neue Ära in der Geschichte der Firma Karl Stahl, denn der heutige Chef Jürgen Gail tritt in das Unternehmen ein. Er beginnt seine Ausbildung zum Dachdecker und schließt diese 1994 mit Auszeichnung ab. Nur vier Jahre später besteht Jürgen Gail 1998 die Meisterprüfung im Dachdeckerhandwerk – natürlich auch wieder mit Auszeichnung. 2001 wird er Geschäftsführer und Mitgesellschafter und legt bis 2003 eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Weiterbildung zum Betriebswirt des Handwerks hin. Seit 2012 ist er jetzt Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Firma Karl Stahl GmbH. Wie Jürgen Gail selbst sagt, hat sich das Berufsbild des Dachdeckers in den vergangenen Jahrzehnten enorm gewandelt. Dementsprechend vielfältig sind die Aufgaben des Dachdeckers geworden. Dazu gehört natürlich das klassische Eindecken von neuen, vor allem aber auch die Sanierung von alten Dächern mit Belägen aller Art, wobei heute dazu auch stets die Wärmedämmung nach der Energieeinsparverordnung bzw. Vorgaben der KfW gehört. Und ganz in der Tradition des Firmengründers Georg Stahl spielt als Spezialität der Firma immer noch das Material Schiefer eine große Rolle. An die erste Stelle ist inzwischen das Abdichten von Dächern aller Art gerückt, aber auch der Einbau von Dachfenstern und die Dachbegrünung bis hin zu Arbeiten an Balkonen, Terrassen, Rinnen, Rohren und Blechen gehören zum Arbeitsalltag der Profis aus dem Dachdeckerhandwerk.

Und so profitieren auch die Kunden von der langjährigen Erfahrung der Karl Stahl GmbH.